18. Mai 2021
Züchter im Fokus: zu Besuch bei Andy Holdorf
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Der 30-jährige Andy Holdorf ist fasziniert vom Holsteiner Pferd – diese Begeisterung hat er aber nicht in die Wiege gelegt bekommen, denn seine Familie hatte mit Pferden nichts zu tun. Durch Bernd Möller aus Kattendorf kam der Bäcker mit Holsteinern in Kontakt und genoss das Miteinander unter den Züchtern so sehr, dass er sich selbst eine Zuchtstute kaufte.

Das war eine Vertreterin des Stamms 318D1 v. Lancer-Ramiro, für die er einen Stall am Haus seiner Großmutter in Kattendorf im Kreis Segeberg eingerichtet und aus der er bis heute sechs Fohlen gezogen hat. Ein Stutfohlen und fünf Hengstfohlen. „Das Stutfohlen v. Crunch habe ich leider direkt verkauft, worüber ich mich heute ärgere, weil mir eine jüngere Generation aus dieser tollen Stute für die weitere Zucht fehlt“, erzählt Holdorf. Sein erstes Fohlen ist heute sechsjährig unter dem Sportnamen Cherry bereits in Springpferdeprüfungen der Klasse M erfolgreich. „Das macht mich allerdings auch sehr stolz und ich freue mich immer, wenn ich Ergebnisse von ihr sehe.“ Im vergangenen Jahr kaufte er sich eine weitere Stute v. Limbus-Alcatraz aus dem Stamm 776, die v. Casall tragend ist und jederzeit abfohlen könnte. „Der Stamm 776 ist groß und hocherfolgreich und das Pedigree der Stute in Verbindung mit Casall fand ich spannend, sodass mir die Kaufentscheidung leichtfiel“, erklärt der angestellte Bäcker. Zudem hat er noch eine dritte Zuchtstute v. Acorado-Limmerick (Stamm 1859), die Marc Horns ihm vermittelt hat und die bis 1,50 Meter-Springen gestartet ist. Sie hatte bereits beim Vorbesitzer mehrere Fohlen, in diesem Jahr brachte sie Holdorf ein Stutfohlen v. Clarimo. „Es ist sehr edel, langbeinig und modern, sodass ich die Anpaarung mit Clarimo gerne wiederholen möchte.“

Bei der Hengstauswahl hat der Hartenholmer sich in der Vergangenheit vielfach für Verbandshengste entschieden, so verwendete er neben Clarimo, Crunch und Casall auch Clarksville, Dinken, Quibery und Del Arko. Springvermögen, Sportlichkeit und gute Bewegungen seien im bei der Auswahl der Hengste besonders wichtig. „Mit den Entscheidungen war ich eigentlich immer sehr zufrieden – und ich hatte viel Glück mit meinen Fohlen. Gleich die ersten beiden waren Championatsfohlen, zwei weitere haben eine Prämie erhalten. Das hat mir als Neuzüchter natürlich Aufwind gegeben“, schmunzelt er. Dennoch sei er sich im Klaren darüber, dass seine Zucht noch ganz am Anfang stehe. „Ich habe es nie als Nachteil empfunden, dass ich keine Züchterfamilie im Hintergrund habe, sondern bin dankbar dafür, von der Holsteiner Gemeinschaft mit vielen Ratschlägen und Hilfsangeboten bedacht worden zu sein. Besonders Familie Horns aus Bredebekshorst hat mir schon oft geholfen.“ Dort hat Andy Holdorf auch noch eine Zweijährige v. Del Arko-Caretino in Aufzucht. Auch ohne Pferdebezug seiner Familie kann sich der 30-Jährige auf ihre Unterstützung verlassen: Seine Großmutter stellt ihr Grundstück für die Haltung der drei Zuchtsstuten zur Verfügung und seine Mutter füttert die Pferde morgens, wenn er selbst schon in der Backstube steht. Seine erste eigene Zuchtstute v. Lancer ist in den vergangenen zwei Decksaisons nicht tragend geworden, dieses Jahr startet Holdorf einen letzten Versuch. „Ansonsten darf sie ihren verdienten Ruhestand antreten“, sagt er, der seinen Bestand weiterhin bei zwei bis drei aktiven Zuchtstuten halten möchte. „Ich hoffe, dass ich noch einige kernige und gesunde Fohlen bekommen werde. Ich mag langbeinige und sportliche Pferde, möchte aber nicht zu verbissen an die Zucht herangehen. Es soll ein schönes Hobby bleiben.“

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Züchter im Fokus ist eine neue Serie, bei der Holsteiner Züchter von ihren Erlebnissen, größten Erfolgen und schönsten Momenten mit dem Holsteiner Pferd berichten. Sie zeigen ihre Nachzucht und erläutern ihre Zuchtphilosophie.

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