30. September 2026
Das Konzept der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH: Sport als Motor für die ...

Die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH will Sport und Zucht künftig noch enger miteinander verknüpfen. Das im Juni 2026 auf der Delegiertenversammlung vorgestellte Konzept setzt darauf, ausgewählte Hengste gezielt in den internationalen Spitzensport zu bringen, ihre Sportrechte zu vermarkten und sie nach einer erfolgreichen Karriere möglichst wieder der Holsteiner Zucht zur Verfügung zu stellen. Die Vorsitzenden der Körbezirke tragen diese Strategie geschlossen und vollumfänglich mit.

Im Zentrum steht dabei ein klarer Gedanke: Sporterfolg soll zum Motor für die langfristige züchterische Nutzung und Sicherung der Holsteiner Genetik werden. Dafür werden Kooperationen mit international erfolgreichen Springreitern aufgebaut und ausgebaut. Die Hengste sollen unter bestmöglichen sportlichen Bedingungen entwickelt werden – mit dem Ziel, sie im Idealfall bis zu Championaten und in die Global Champions Tour zu führen.
„Unser Anspruch ist es, die sportliche Karriere unserer Hengste gezielt zu nutzen, um die Leistungsfähigkeit der Holsteiner Zucht international sichtbar zu machen“, erklärt Felix Flinzer, Geschäftsführer der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH.

Sporterfolg schafft Sichtbarkeit
Internationale Erfolge sollen nicht nur den Wert und die Bekanntheit einzelner Hengste steigern. Sie sollen zugleich die Leistungsfähigkeit der Holsteiner Zucht international sichtbar machen und das Vertrauen von Züchtern und Kunden in die Holsteiner Genetik stärken. Außerdem hat sich gezeigt, dass Sporterfolge der Väter die Begehrlichkeiten ihrer Nachkommen auf dem Markt häufig gesteigert haben.
Crack HV und Zuccero HV stehen beispielhaft für diesen Ansatz. Beide Hengste sind aktuell international im Sport erfolgreich und können nach ihrer Sportkarriere nach Elmshorn zurückkehren.

Dabei bedeutet eine internationale Sportkarriere nicht, dass die Hengste für die Zucht verloren sind. Mit dem Angebot „TG wie frisch“ wurden bereits positive Erfahrungen gesammelt. Dieses Modell soll künftig weiter ausgebaut werden. Damit können ausgewählte Sporthengste auch während ihrer aktiven Karriere für die Züchter nutzbar bleiben – und nicht ausschließlich über Tiefgefriersperma.

Sportrechte statt dauerhafter Abgabe
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Trennung von Sport- und Zuchtrechten. Werden ausschließlich die Sportrechte veräußert, kann die Hengsthaltungs GmbH an der züchterischen Nutzung beteiligt bleiben und gleichzeitig die wirtschaftlichen Voraussetzungen für attraktive Mitgliedskonditionen sichern.
Das Modell soll zudem finanziellen Spielraum schaffen. Denn die Pferdezucht steht weltweit vor der Herausforderung rückläufiger Bedeckungszahlen. Für die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH geht es deshalb um mehr als die Vermarktung einzelner Hengste: Es geht um die langfristige Sicherung der eigenen wirtschaftlichen und züchterischen Handlungsfähigkeit.

Kapital zurück in die Population & den Hengststall
Die aus dem Verkauf von Sportrechten generierten Mittel sollen gezielt wieder in die Zucht investiert werden. Geplant sind insbesondere der Ankauf von Fohlen aus Züchterställen sowie der Erwerb junger Hengste mit interessanter züchterischer Perspektive.
Darüber hinaus eröffnet das Modell die Möglichkeit, wertvolle Holsteiner Genetik, die in der Vergangenheit in andere Zuchtgebiete gelangt ist, wieder nach Holstein zurückzuführen. Damit entsteht ein Kreislauf: Holsteiner Hengste gehen in den internationalen Sport, ihre Erfolge steigern die Sichtbarkeit der Zucht, die daraus entstehenden wirtschaftlichen Möglichkeiten fließen zurück in die Population – und erfolgreiche Sporthengste können anschließend wieder für die Holsteiner Zucht zur Verfügung stehen.

Die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH sieht darin einen wichtigen Baustein für eine zukunftsfähige Hengsthaltung. Ziel ist es, auch unter veränderten Marktbedingungen wirtschaftlich handlungsfähig zu bleiben, internationale sportliche Erfolge für die Marke Holsteiner zu nutzen und gleichzeitig die eigene Genetik langfristig für die Züchter zu sichern.

 

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