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Pferdekauf mal anders – Erfahrungsbericht zum Auktionskauf

Erstellt von Desiree Dann am Freitag, 6.10.2017

Sie möchten ein Pferd kaufen? Stars von morgen oder den Freund fürs Leben finden? Warum nicht über eine Auktion? 
Diese Art des Pferdekaufs bietet dem Interessenten, die Möglichkeit mehrere Pferde an einem Ort zu besichtigen. Kundenberater stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Ob Terminabsprachen zum Probereiten, Fragen zu einzelnen Pferden oder zum Auktionsablauf, die Beratung ist individuell und persönlich.

Im nachfolgenden Interview schildert ein Neukunde der diesjährigen Holsteiner Frühjahrsauktion, Dr. Karl Sommer, seine ganz persönlichen Gedanken und Erlebnisse zum Thema.

  

Wie entstand der erste Kontakt zum Holsteiner Pferd und der Gedanke ein Pferd auf der Auktion zu ersteigern?
 
Beim Gedanken an den Kauf eines Springpferdes kommt man an den Holsteiner Pferden als eine der erfolgreichsten Züchtungen der Welt für Springpferde nicht vorbei. Erste Informationen habe ich mir über die Verbands-Homepage besorgt. Ein Pferdekauf über eine Reitpferdeauktion ist für mich aus den nachfolgenden Gründen sehr attraktiv:
  • da an EINEM Ort selektierte Pferde mit beschriebenem und nachvollziehbarem Ausbildungsstand angeboten werden.
  • die Pferde über zwei bis drei Wochen in allen Phasen der Vorbereitung beobachtet und Probe geritten werden können.
  • die Pferde nach vorgegebenem medizinischen Standard röntgenologisch und klinisch untersucht sind.

Beim Kauf über Händler, Ausbildungsställe mit all ihren Absatzmittlern sind häufig die „Motive“, warum Pferde angeboten werden nicht vollständig transparent und nachvollziehbar. Die Besuche vor Ort erfordern viel Zeit. Es können hohe Kosten für Ankaufsuntersuchungen entstehen.

 
Haben Sie sich die Ihre Wunschpferde vorab zunächst online angesehen und sie anschließend vor Ort probiert? Wie liefen diese Vorgänge ab?

Die Online-Vorauswahl ist für mich sehr wichtig. Hierbei ist entscheidend, dass man sich als Reiter über das Sollprofil des gesuchten Pferdes im Klaren wird. Nach diesem Abgleich und der Beratung durch ein kompetentes Auktionsteam lässt sich das Auktionslot dann schnell eingrenzen. Die in Frage kommenden Pferde gleiche ich mit den medizinischen Untersuchungsergebnissen ab. Hierzu ziehe ich mein Haustierarzt zu Rate, da Befunde auch immer unterschiedlich interpretiert werden können. In der Regel schränkt sich die Auswahl der in Frage kommenden Pferde noch einmal ein.

 
Auch die Gesundheit eines Pferdes ist immer ein entscheidender Faktor bei der Auswahl des Pferdes. Wie bewerten Sie diesen Faktor?

Hat ein Pferd in der Befundung röntgenologisch und klinisch keine befriedigenden Ergebnisse, streiche ich es von meiner Auswahlliste. Solche Pferde probiere ich auch nicht aus, auch wenn sie noch so rittig erscheinen.

 
Welche Vorteile sehen Sie bei dem Kauf eines Auktionspferdes?

  • Abgleich vor Ort der selektierten Pferde mit dem eigenen reiterlichen Niveau und Anspruch.
  • die Möglichkeit, die Pferde kurz nach der Anlieferung zum Auktionsort, bei den ersten Präsentationen und beim Vorreiten zu beobachten. Man bekommt einen guten Überblick hinsichtlich der Rittigkeit, des Spring- und Bewegungspotentials und des Temperamentes der in Frage kommenden Pferde.
  • Natürlich ist das eigentliche Ausprobieren der Pferde, die in die engste Wahl kommen, sehr wichtig. Das muss aber pferdegerecht und zeitlich begrenzt erfolgen. Hier ist es wichtig, dass das Auktionsteam darauf achtet. Niemand möchte nach zwei bis drei Wochen Vorbereitungszeit ein überfordertes Pferd ersteigern.

Gerade Amateuren kann ich nur empfehlen, nicht erst einen Tag vor der Auktion oder gar am selben Tag anzureisen. Das Beobachten der Pferde in den unterschiedlichen Phasen der Vorbereitung war für mich bei meiner Entscheidungsfindung sehr wichtig und gut investierte Zeit.

 
Waren Sie zu Beginn skeptisch, auf einer Auktion ein Pferd zu ersteigern und wenn ja, welche waren Ihre Bedenken? Wie sehen Sie das Image einer Auktion hinsichtlich der Käuferschicht, denken Sie, dass sich neben professionellen Reitern und Sponsoren auch ambitionierte Sportreiter angesprochen fühlen?

Die Attraktivität einer Auktion - auch und vor allem für den Amateur - hängt davon ab, dass die Pferde nach Temperament, Rittigkeit und Ausbildungsstand konsequent selektiert sind, und nicht jedes Pferd den Züchtern angenommen wird. Es gibt leider Verbände, denen das nicht so gut gelingt. Das schreckt Amateure von dem Besuch einer Auktion ab. Ein Amateur, der nur alle paar Jahre ein Pferd kauft, und selten fremde Pferde reitet, tut sich deutlich schwerer als professionelle Reiter bei der Selektion von Pferden. Außerdem braucht ein Amateurreiter manchmal mehr Zeit, um sich reiterlich auf fremde Pferde einzustellen.

 
Das Auktionsteam kennt die Auktionspferde über einen längeren Zeitraum von der Auswahl bis zur Auktion. War diese Erfahrung hilfreich bei der Auktion?

Absolut! Nur so kann das Auktionsteam beraten, welche Pferde zu einem Reiter passen. Das hat zwei Effekte:

  1. Der Reiter ist zufrieden, da er bei seiner Auswahl schneller zum Ziel kommt.
  2. Es ist weit pferdegerechter, da Pferde nur gezielt ausprobiert werden.

Macht man während der Auswahlphase beim Ausprobieren der vom Auktionsteam vorgeschlagenen Pferde positive Erfahrungen, wächst natürlich die Vertrauensbasis zwischen Käufer und Auktionsteam. Es erleichtert die Entscheidung, für welche Pferde man am Ende auf der Auktion konsequent bieten wird.
Wird zu wenig selektiert und werden zu viele unrittige, kaum ausgebildete Pferde angeboten, wird auch viel ausprobiert nach dem Motto: Wenn es mit dem einen Pferd nicht funktioniert, probieren Sie doch jenes Pferd mal. Gerade schlecht auf die Auktion vorbereiteten Pferden fehlt dann die Kondition und am Ende auch die Motivation.

 
Waren Sie mit der Kundenbetreuung, der Kaufabwicklung und dem After-Sales-Service beim Holsteiner Verband zufrieden?

Wie schon erwähnt, wurden mir nur Pferde zum Ausprobieren vorgeschlagen, die zu meinen reiterlichen Fähigkeiten gepasst haben. Darüber hinaus war auch das im Vorfeld vom Auktionsteam abgeschätzte Preisniveau zutreffend. Nach dem Zuschlag und erfolgter Zahlung des Kaufpreises stand das Pferd am nächsten Morgen frisch geputzt mit neuem Stallhalfter und eingedeckt mit einer neuen Decke adäquater Qualität zum Transport zur Verfügung. Der Vermarktungsleiter Dr. Köhlbrandt hat sich schon mehrfach nach der Auktion bei mir erkundigt, wie es mit dem Pferd geht und, ob sich die Erwartungen auch bestätigt haben.

 
Haben Sie das Empfinden, dass der Preis bei einem normalen Handel niedriger gewesen wäre?

Nein, in keinem Falle. Händler und Ausbildungsställe tun sich auch häufig schwer, an gute und gesunde Pferde heranzukommen. Wenn sie mal ein solches Pferd haben, hat dies seinen Preis.

 
Würden Sie im Nachhinein wieder ein Pferd auf einer Auktion vom Holsteiner Verband kaufen? 

Ja sofort, sofern der Züchterverband weiterhin auf Qualität bei der Beschickung der Auktion setzt und die Selektion durch die Auswahlkommission akzeptiert. Das ist kurzfristig gerade in schwierigeren Zeiten der Vermarktung ein Spagat, der sich aber mittel- und langfristig voll auszahlt.

 
Das Holsteiner Pferd gilt bekanntlich als Qualitäts-Siegel. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Ihrem Sportpartner?

Gott sei Dank haben sich die Erwartungen beim Pferdekauf auf der Holsteiner Auktion mehr als bestätigt. Ich habe ein sehr treues, motiviertes, gut ausgebildetes und mit viel sportlichem Potential ausgestattetes Pferd als Partner gefunden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich nochmals bei der Züchterfamilie für die intensive und reelle Ausbildung des Pferdes bedanken.

Topics: Auktion, Interview