Der Verband

Nachrichten vom Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes e. V.

Delegiertenversammlung: Rede von Breido Graf zu Rantzau

Erstellt von Donata von Preußen am Donnerstag, 16.5.2019

Dem Ehrenpräsidenten des Holsteiner Verbandes, Breido Graf zu Rantzau, war es ein ganz persönliches Anliegen, die Neuaufstellung des Holsteiner Verbandes zu begleiten.Anlässlich der Delegiertenversammlung hielt er vor den Vorstandswahlen eine Rede, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

 

„Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich bin in die Angelegenheiten des Holsteiner Verbandes seit 1984 involviert, das heißt genau 35 Jahre. Wir haben mit den Hengstprozessen sehr schwierige Zeiten hinter uns gebracht und auch andere Probleme lösen müssen.

 Wenn ich nun die unbestritten größten Unwägbarkeiten des Holsteiner Verbandes vom Stand heute betrachte, muss ich feststellen, dass diese „böse Geschichte“  nicht nötig gewesen wäre, denn alles Gewesene hätte sich auf friedlichem Wege lösen lassen.

 Zweifellos hat die Vermarktungs GmbH einem Mitarbeiter rechtlich fehlerhaft die fristlose Kündigung ausgesprochen. Was es in Ordnung zu bringen galt. Dies ist inzwischen geschehen. Über den Vergleichsinhalt ist Vertraulichkeit vereinbart worden.

 Bezüglich der beantragten Provisionszahlungen ist dem Holsteiner Verband kein Schaden entstanden, und es wäre wahrscheinlich auch keiner entstanden, denn die beantragten  Provisionen werden erst nach genauer Überprüfung genehmigt, und diese Überprüfung war noch nicht erfolgt. Vielmehr wurde der Vorstand von den Ereignissen, die mit der fristlosen Kündigung zusammenhingen, überholt, und dann erfolgte schon der Shitstorm im Netz.

Es bleibt festzuhalten: Bis auf eine finanzielle Ablösesumme an O. A. ist dem Holsteiner Verband kein in Zahlen auszudrückender Schaden entstanden. Der Imageschaden, der nicht durch den Vorstand entstanden ist, ist riesig. Aber auch den werden wir überleben.  Leicht wird es aber nicht.                                                                                          

 Am Ende ist nun folgendes herausgekommen:

 Der vielleicht zu groß geratene Vorstand, der in den letzten Jahren sehr erfolgreich gearbeitet hat, tritt geschlossen zurück. Der Vorsitzende Thies Beuck war ein ausgezeichneter, umsichtiger Verbandsvorsitzender und hat nun schon über Jahre hinweg ehrenamtlich eine hervorragende Wirtschaftsberatung geleistet und den Verband in schweren Zeiten sehr gut geführt.

Der zweite Vorsitzende Timm Peters hat das geschafft, was ich ihm vor zehn Jahren im Leben nicht zugetraut hätte, sich nämlich über die Grenzen hinweg ein hohes Ansehen als Pferdemann und Funktionär  erworben. Ich schlage deshalb vor, dass Timm in der laufenden Amtsperiode im FN-Vorstand Zucht in Warendorf verbleibt und Ihnen berichtet.  Holstein wäre ansonsten dort nicht vertreten.

 Alle anderen Vorstandmitglieder haben ihr spezielles Fachwissen eingebracht, und vor allem haben alle gegen eine minimale Tagesgage unendliche Stunden, ja Tage, für diesen Verband geopfert.Dafür sage ich Euch allen herzlichen Dank.

Wie geht es jetzt weiter ?

 Wir stellen fest, dass die Zahl der Bewerber für eines der Ämter relativ gering ist. Und ich möchte den Bewerbern an dieser Stelle schon einmal herzlich danken, dass sie sich zur Verfügung stellen wollen. Es zeigt aber auch, dass es sehr schwer ist, geeignete Personen zu finden.

 Das wirkliche Interesse der Mitglieder konnte man an den zwei Körbezirksversammlungen in diesem Jahr erkennen. Bei den ersten im Januar, als es um den „Skandal“ ging, als man glaubte, alles aus den Angeln heben zu können, kamen zu allen Veranstaltungen mehr Menschen als die Säle fassen konnten. Bei der zweiten Versammlung Anfang April, als es um die Zukunft ging, erschien ungefähr ein Viertel der vorherigen Anzahl. Aber mitbestimmen in den Mitgliederversammlungen, das will man, das passt gar nicht zusammen.

 Dem neuen Vorstand möchte ich einige Dinge mit auf den Weg geben. Dies soll nicht altklug klingen, aber das Geschäft kenne ich ja nun lange genug.

Sie können sich darauf verlassen, dass der bisherige Vorstand seine Aufgaben bis zum letzten Tag seiner Tätigkeit gewissenhaft ausüben wird. Die Organisation des „Wolfsabends“  ist ein Beweis dafür, dass er nach wie vor arbeitet.

Sie kommen in ein funktionierendes Verbandsgeschäft mit jetzt drei erfahrenen Geschäftsführern, von denen zwei bereits 30 Jahre dabei sind und während all der Jahre voll und gewissenhaft für den Verband „gebrannt“  haben.

Wenn Sie glauben, neben den Funktionsträgern im Lande Hilfe erwarten zu können, sage ich Ihnen, wirkliche Hilfe gibt es – abgesehen von den Ausschüssen - nur von einer Handvoll Menschen. Das Problem ist, dass ein Verband keine Firma ist und man Dinge nicht so einseitig beurteilen kann wie ein Firmenchef. Einen Verband zu steuern, heißt Entscheidungen umsichtig und gründlich in den Gremien bis zum Letzten durchzudiskutieren und sie dann auch gemeinsam nach Außen zu vertreten.

Zum Schluss noch ein paar Ratschläge an den neuen Vorstand: Zunächst sollen Sie gerne ihr Amt ein Jahr ausüben, können sich aber gern wieder zur Wahl stellen. Neben dem vielen Neuen und den zu klärenden Problemen haben Sie die Chance, alle Dinge auf den Prüfstand zu stellen. Bei diesen Dingen wird es aber im Wesentlichen um die organisatorischen als solche und weniger um die Pferde gehen.

Wir erbitten uns von Ihnen zunächst, die aus den letzten Monaten entstandenen Punkte zu besprechen, denn schon am 14. Juni muss das in der Mitgliederinformation besprochen werden

 -Transparenz, Netz- und Vorinfos bei den Körbezirksversammlungen

-Mitglieder- oder Delegiertenversammlung

-Moderne Medien nutzen

-Aus diesen drei Punkten muss überlegt werden, ob bei besserer Vernetzung durch die neuen Medien die Zahl der Delegierten verringert werden kann

-Klare Provisionsregeln aufstellen, hierüber gute Transparenz

-Good Governance zu Ende bringen

Bei allem funktioniert der Verband so: Auf Mitglieder hören, aber im Vorstand entscheiden. Alle anderen sehen es aus ihrem Blickwinkel – der Vorstand muss es aus verschiedenen tun

Liebe zukünftige Vorstandsmitglieder,

glauben Sie nicht, hier ein Ruder sofort herumreißen zu müssen. Die Organisation des Verbandes funktioniert so gut, dass ein neuer Vorstand erst nach voller Kenntnis und Einarbeitung die Dinge auf den Prüfstand stellen sollte.

Ich bin mir aber sicher, dass der geplante neue Vorsitzende Hinrich Köhlbrandt um die Dinge weiß und dies klar aber behutsam angehen wird. Hinrich, der Vorsitzende trägt die Hauptlast und gibt die Richtung vor.

Dir und allen anderen Gewählten wünsche ich Glück und gutes Gelingen.“

 

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