125 Jahre Holsteiner Verband

Gemeinsam bessere Pferde züchten Seit 1883 

Die im 19. Jahrhundert bereits existierenden Pferdezuchtvereine schlossen sich 1883 zum ersten Pferdezuchtverband in der Kremper Marsch zusammen. Dieser Verband fusionierte 1935 mit dem 1896 gegründeten "Verband des Schleswig-Holsteiner Geestlandes" zum "Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes".

 

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Jüngere Geschichte 

1944 wurde der noch heute genutzte Brand eingeführt. Nach dem 2. Weltkrieg verringerte sich der Pferdebestand im Land zwischen den Meeren bedenklich. 1960 gab es nur noch 1311 Holsteiner Stuten, was den schleswig-holsteinischen Landtag dazu bewog, das 1874 gegründete Landgestüt Traventhal aufzulösen. Nach vielen Diskussionen übernahm der Verband fast den gesamten Hengstbestand aus Traventhal und baute sich im Laufe der Jahre in Elmshorn das Hengstdepot auf. Rund 70 Verbandshengste und an die 200 Holsteiner Privathengste befinden sich derzeit im aktiven Zuchteinsatz, rund 8000 Zuchtstuten sind heute in Holstein registriert.

 

Die Holsteiner Zucht

1883 wurde das erste Gestütsbuch durch Ökonomierat Georg Ahsbahs, Sommerlander Riep. herausgegeben. Aus dieser systematischen Zuchtbuchführung sind die heute noch gültigen und weitergeführten Stutenstämme entstanden, die die Basis der heutigen Holsteiner Zucht bilden.

Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgte die Umzüchtung vom Wirtschaftspferd zum Sportpferd. Zur Veredelung des Holsteiner Pferdes wurden vorrangig wieder englische Vollbluthengste eingesetzt, die aufgrund der konsolidierten Holsteiner Stutengrundlage eine hervorragende Basis für eine erfolgreiche Einkreuzung vorfanden.

Allein in den sechziger Jahren kamen mehr als 25 "Blüter" im Land zwischen den Meeren zum Einsatz. Darunter ein Hengst, der der damaligen Zucht seinen besonderen Stempel aufdrücken sollte: Ladykiller xx, der 1961 in England geboren wurde. Er ist der Vater von Landgraf I, dem bereits zu Lebzeiten vor den Elmshorner Stallungen ein Denkmal gesetzt wurde. Im gleichen Atemzug wie Landgraf I muss der 1999 im hohen Alter von 31 Jahren eingegangene Cor de la Bryère genannt werden. Neben Ladykiller xx hat "Corde", wie er liebevoll von den Züchtern genannt wurde, die moderne Sportpferdezucht im Land zwischen den Meeren am stärksten geprägt. Ein weiterer Hengst, der Holsteiner Zuchtgeschichte geschrieben hat, ist Capitol I. Capitol I ist Vater zahlreicher weltbekannter Springpferde und Hengste. Stellvertretend für viele andere seien hier nur Cassini I, Carthago und Dobel's Cento genannt. 

Aufgrund der vorhandenen Rasseeigenschaften wie Leistungsbereitschaft, Härte und Springvermögen fasste das Holsteiner Sportpferd sehr schnell Fuß im Turniersportgeschehen.

Nach der Rangierung der Weltzuchtorganisation für Sportpferde (WBFSH) nimmt die Holsteiner Springpferdezucht weltweit einen Spitzenplatz ein. Auch in den Disziplinen Dressur und Vielseitigkeit sind Holsteiner Sportpferde in der Spitze vertreten. Diese Erfolge basieren auf der durchgezüchteten Holsteiner Stutengrundlage in Verbindung mit Veredlern aus der englischen Vollblutzucht und gezieltem Einsatz von Leistungsgenen aus der französischen Sportpferdezucht. Außerdem wurden Zuchtversuche gezielt mit außergewöhnlichen Leistungshengsten durchgeführt.