Die 1. Holsteiner Winter Chance hat vor etwa zwei Wochen in Elmshorn stattgefunden. Nun ist es an der Zeit, dass die beiden Geschäftsführer, Norbert Boley und Roland Metz, ihre Eindrücke schildern.

 

Zwei Woche ist vergangenen, seit die 1. Holsteiner Winter Chance stattgefunden hat. Mit etwas zeitlichem Abstand betrachtet: Wie lautet Ihr Fazit?

Norbert Boley: „Mit dem Ergebnis der Auktion können wir meiner Einschätzung nach sehr zufrieden sein. Sowohl der zum Spitzenpreis von 130.000 Euro zugeschlagene Wallach Casaltino (Siegerhengst der Körung 2013) als auch die beiden in Holstein nicht gekörten Hengste Picasso VD (66.500 Euro) und Chicharito LS (55.000 Euro) haben respektable Preise erzielen können. Der zur Vermarktung angebotene Bestand der zwei- und dreijährigen ungerittenen Pferde hat mit einem Durchschnittspreis von gut 12.000 Euro nicht nur meine persönlichen Erwartungen übertroffen. Es zeigt sich deutlich, dass bei entsprechender Abstammung, Typausprägung und Veranlagung auch für diese jungen Pferde ein akzeptabler Markt vorhanden ist. Es wurde darüber hinaus erkennbar, dass bei dem einen oder anderen Auktionskandidaten gesundheitliche Befunde eine bessere Bezahlung verhindert haben.“

 

In der Kollektion waren viele Pferde der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH. Pferde, die Sie einst ausgewählt und eingekauft haben. Warum standen sie nun zum Verkauf?

Norbert Boley: „Es war klarer Auftrag des Vorstandes, dass die Vermarktungs- und Auktions GmbH in naher Zukunft keine eigenen Pferde mehr besitzen und sich die Hengsthaltungs GmbH zukünftig nicht mehr mit der Vermarktung von Pferden befassen soll. Dies ist eine grundsätzliche Veränderung der bisherigen Aufgabenstellung innerhalb des Holsteiner Verbandes. Deshalb standen zwei Optionen zur Verfügung: Entweder der wahrscheinlich länger andauernde Verkauf der Pferde ab Stall oder ein Verkauf in Zusammenarbeit mit der Holsteiner Verband Vermarktungs- und Auktions GmbH im Rahmen einer Auktion. Nach intensiven Gesprächen und Abwägungen vieler Argumente wurde dann bewusst die Option des Auktionsverkaufs vom Vorstand und den Geschäftsführern gewählt.“

 

Bei manchem Züchter hat die Auktion den Eindruck eines „Schlussverkaufs“ erweckt. Was sagen Sie zu solchen Gedanken?

Norbert Boley: „Ein Schlussverkauf sollte und durfte diese Auktion nicht sein. Wie sich immer wieder zeigt, sind lautstark vorgetragene Spekulationen im Vorfeld von neuen Vermarktungsaktionen nicht auszuschließen. Die 1. Holsteiner Winter Chance hat jedoch eindeutig gezeigt, dass der Verkauf der entsprechenden Pferde, den erwarteten Erfolg in finanzieller Hinsicht mehr als erfüllt hat. Auch dank des außerordentlichen Engagements unserer Mitarbeiter beider GmbHs konnte ein besonders gut herausgebrachtes Lot an Pferden den Kunden präsentiert werden.“

 

Der Pferdebestand der Hengsthaltungs GmbH hat sich ja nun deutlich reduziert. Empfinden Sie das als Einschnitt oder Erleichterung Ihrer Arbeit?

Norbert Boley: „Die Reduzierung des Pferdebestandes bedeutet ganz klar einen deutlichen Einschnitt im Hinblick auf unsere bisherige Aufgabenstellung. Sie bietet mir und meinen Mitarbeitern jedoch die Möglichkeit, ein noch intensiveres und konzentrierteres Management einer erheblich kleineren Gruppe von Aufzuchtpferden vorzunehmen und vor allem haben wir die Chance, uns um den gesamten Aufgabenbereich der Hengsthaltung noch intensiver kümmern zu können.“

 

Die 1. Holsteiner Winter Chance ist eine Auktion gewesen, die Sie als Geschäftsführer der Holsteiner Verband Vermarktung und Auktions GmbH erstmalig durchgeführt haben. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Roland Metz: „Wie Norbert Boley bereits erklärt hat, gab es eine Empfehlung von Vorstand und Hengstgremium, den Pferdebestand deutlich zu reduzieren beziehungsweise – im Fall der Vermarktungs GmbH – den Bestand komplett aufzulösen. Hinzu kommt, dass ich ein Fan von Auktionen als Vermarktungsinstrument bin und gerne eine zusätzliche Auktion zu den bereits etablierten ins Leben rufen wollte. So ist die Idee zur Holsteiner Winter Chance geboren.“

 

Wenn Sie rund zwei Wochen nach der Auktion ein Resümee ziehen – wie lautet dieses?

Roland Metz: „Durchweg positiv! Ich freue mich und bin stolz auf mein Team, dass unser intensiv diskutiertes Konzept rund um Termin, Präsentationen, Katalog und Anfangsgebote bei der Premiere voll aufgegangen sind.“

 

Wären die im Rahmen der Winter Chance vermarkteten Pferde nicht auch potentielle Aspiranten für die anderen Auktionen des Holsteiner Verbandes gewesen, die Ihnen nun möglicherweise dort in Zukunft fehlen könnten?

Roland Metz: „Auf den ersten Blick vielleicht schon. Jedoch halte ich diese neue Auktion für ein wichtiges Instrument, in den kommenden Jahren interessante Pferde relativ früh zu verkaufen. Für viele Züchter kann dies eine wirkliche Hilfestellung bei der Kostensenkung sein. In die Zukunft gedacht, wäre es möglich, dass diese Pferde einige Zeit später, wenn sie ihre Ausbildung genossen haben, uns für einen weiteren Handel im Rahmen der Reitpferdeauktionen zu Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass wir bei der Eliteauktion aufgrund des vollen Programmes sehr eingeschränkt sind. Dadurch müssen wir unser Angebot dort begrenzen. Diese Problematik ergibt sich bei der Winter Chance nicht. Und die Premiere hat es gezeigt: Auch nur drei Wochen nach der Eliteauktion, sind wir dazu in der Lage, gerittene Pferde zu guten Preisen zu verkaufen.“

 

Die 1. Holsteiner Winter Chance war ausschließlich Pferden aus dem Besitz des Holsteiner Verbandes vorbehalten. In welcher Form ist eine Fortsetzung geplant?

Roland Metz: „Im Jahr 2020 werden wir noch einmal Zweijährige aus dem Bestand der Hengsthaltungs GmbH verauktionieren. Das Lot wird dann aber auch schon mit Pferden verschiedenen Alters aus den Ställen unserer Mitglieder ergänzt werden. Ab 2021 soll sich das Lot dann wie bei allen anderen Auktionen – nämlich aus den Holsteinern unserer Mitglieder – zusammensetzen.“