Seit über zwei Jahrzehnten wird die Abstammungsüberprüfung beim Pferd in Deutschland mittels molekulargenetischer Diagnostik im Labor durchgeführt.

Bisher wurden zur Abstammungskontrolle beim Pferd sogenannte Mikrosatellitenmarker untersucht, die sich an verschiedenen Stellen des Pferdegenoms (Erbsubstanz oder DNA) finden. Üblicherweise werden beim Pferd als Ausgangsmaterial für DNA-Untersuchungen Haarproben genommen: Die Haarwurzeln enthalten Zellen mit einem Zellkern, in dem sich die Erbinformation befindet. International hat man sich 1997 auf ein Set von insgesamt 17 Mikrosatelliten zur Abstammungsüberprüfung bei Pferden geeinigt, darunter 12 Standardmarker und 5 Marker für erweiterte Untersuchungen. Die Internationale Gesellschaft für Tiergenetik (ISAG) hat bei der Abstimmung des Sets von verwendeten Mikrosatelliten eine koordinierende Rolle inne. In der Routine werden in Deutschland dementsprechend meist 12 Mikrosatellitenmarker untersucht, um zu überprüfen, ob ein Fohlen wirklich von der Stute und dem Hengst abstammt, die in den Papieren angegeben werden.
Ab dem 1. Januar 2021 erfolgt in der deutschen Reitpferdezucht schrittweise der Umstieg von Mikrosatellitenmarkern auf ein SNP-basiertes System. Was sind Mikrosatelliten, was bedeutet die Umstellung der Abstammungskontrolle für die Pferdezucht und was verbirgt sich hinter der Abkürzung SNP? Frau Dr. Wietje Nolte und Frau Prof. Christa Kühn vom FBN Dummerstorf haben alle relevanten Informationen zur Umstellung im folgenden Text zusammengefasst.

Information zur Umstellung der Abstammungsüberprüfung