Am 9. Juli wurde die im Mai verschobene Delegiertenversammlung in der Fritz-Thiedemann-Halle in Elmshorn nachgeholt.

Hinrich Köhlbrandt ließ die Zeit seit dem Amtsantritt des neuen Vorstandes in seinem Bericht Revue passieren. Er hob die verbesserte Kommunikation, das Instrument der Mitgliederversammlung, den Newsletter, den verstärkten Austausch mit den Körbezirksvorsitzenden und die Überarbeitung der Website hervor. Damit einher soll der Ausbau des Mitgliederbereiches gehen. Um insgesamt die Digitalisierung auszubauen, sollen ab dem kommenden Jahr alle Formulare online ausgefüllt werden können.
Als wesentliche Ziele nannte Köhlbrandt die Stärkung des Standortes Elmshorn, die Reduktion der Aufnahmegebühr, eine ständige Vertretung der auswärtigen Mitglieder innerhalb des Vorstandes sowie die Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage mit einem ausgeglichenen Haushalt. Außerdem wolle man anhand klarer Zielsetzungen das Profil des Holsteiner Pferdes in Zukunft weiter stärken. Die Bilanzen des Jahres 2019 waren Gegenstand von angeregten Diskussionen. Denn es wurde insgesamt ein Minus von rund 850.000 Euro ausgewiesen. Vorstandsmitglied Carmen Hinrichsen-Bockmeyer erläuterte gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfer und Steuerberater diese Zahlen, die sich vor allem durch die großen Abschreibungen im Bereich der beiden GmbHs erklären. „Wir müssen uns aber um die Zukunft des Holsteiner Verbandes keine Sorgen machen“, erklärte Hinrichsen-Bockmeyer. „Es ist ein sehr gutes Eigenkapital vorhanden“. Erfreulich waren die Zahlen zur Mitgliederentwicklung und Stutenregistrierung in den vergangenen fünf Jahren. Denn in beiden Bereichen ist ein kleiner Zuwachs zu verzeichnen.

Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen eröffnete seinen Bericht mit einer Statistik über die Entwicklung der Deutschen Pferdezucht im vergangenen Jahr. Sowohl bei der Stuteneintragung als auch bei der Erfassung von Warmblutfohlen gibt es vorsichtige Aufwärtstendenzen zu vermerken. „Ich rechne mit einer weiteren Steigerung in 2020“, blickte der Zuchtleiter positiv in die Zukunft. Dr. Nissen berichtete weiter davon, dass trotz der Corona-Krise Wege gefunden wurden, Stutenprüfungen und -eintragungen, Fohlenprämierungen sowie Körungen unter Einhaltung strenger Hygiene- und Schutzmaßnahmen durchzuführen. Dafür gab es viel Anerkennung vom Vorstand, den Mitgliedern und auch aus anderen Verbänden.

Norbert Boley, Geschäftsführer der Holsteiner Verband Hengsthalungs GmbH, begann seinen Bericht mit den aktuellen Bedeckungszahlen. „Wir hatten aufgrund von Corona mit einem erheblichen Einbruch gerechnet und freuen uns nun über ein kleines Plus von einem Prozent“, so der Geschäftsführer. Unter den Top-Ten der gefragtesten Hengste befinden sich Casall, Crack, Cahil, Clarimo, Uriko, Corfu de la Vie, Diarado, Chinchero, Keaton und Dinken.
Der Hengstbestand hat sich vor allem im Zuge der Winter Chance-Auktion drastisch verringert. Außerdem wurden Armand xx, Lenett, Nekton und Quiran in 2019 verkauft. Lasino ist eingegangen, sodass sich derzeit 40 gekörte Hengste im Bestand befinden. Darüber hinaus sind TG-Samen einiger Spezialhengste in Abstimmung mit dem Hengstgremium im Angebot.
Einige Veränderungen hat die Auktions und Vermarktungs GmbH erfahren. Der Installierung einiger neuer Auktionen, darunter auch im Online-Bereich, folgte die Einstellung des verbandseigenen Handelsstalles. Damit einher gehen eine erhebliche Verringerung des Personalbestandes und die einvernehmliche Trennung von Ronald Schultz, der neben Roland Metz als weiterer Geschäftsführer der GmbH tätig gewesen ist.

Roland Metz, Geschäftsführer der Holsteiner Verband Vermarktung und Auktions GmbH, gab einen Rückblick auf die bisher in 2020 durchgeführten Auktionen. Auch hier hat die Corona-Krise Spuren hinterlassen. Die Frühjahrsauktion musste kurzfristig komplett auf den Online-Bereich umgestellt werden. „Vor allem die Dreijährigen, die sich sehr gut im Freispringen präsentierten, weckten große Begehrlichkeiten bei unseren Kunden“, bilanzierte der Geschäftsführer.
Es folgte eine Online-Fohlenauktion, bei der 14 Fohlen zu einem Durchschnittspreis von rund 11.800 Euro verkauft wurden, bevor mit großem organisatorischen Aufwand die Holsteiner Pferdetage vor Publikum stattfanden. Bei dieser Fohlenauktion kam erstmals das Instrument der Hybridauktion zum Einsatz – mit großem Erfolg. Auf dem weiteren Programm für das laufendende Jahr befinden sich das Holsteiner Sommer Event Mitte August, die Elite-Reitpferdeauktion und die der Hengste Ende Oktober sowie die zweite Auflage der Winter Chance im November.
Am Ende seiner Ausführungen gab Roland Metz schließlich einen Ausblick auf die Zukunft. Neben einem ausgeglichenen Haushalt im Jahr 2021, in dem die GmbH wirtschaftlich unabhängig arbeiten soll, wird die Kernaufgabe weiterhin das Auktionsgeschäft sein.