Zufrieden blickt das Team der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH auf die Körung vergangene Woche zurück. Die Züchter dürfen sich für 2019 auf neue Hengste freuen. Und auf neues Blut.

 

Chezarro_DSC_9278-1

Fünf Hengste hatte das Team um den Geschäftsführer Norbert Boley auf die diesjährige Junghengstkörung in Neumünster vorbereitet. Drei von ihnen verließen die Holstenhalle mit einem positiven Körurteil. Nummer eins des Trios ist Chezarro v. Casall-Conteur (Gabriele Kowalski, Stadum). Der braune Hengst sprang sich nicht nur in die Herzen des Publikums, sondern fiel besonders in punkto Typ und Bewegung auf. Kein Wunder also, dass er im Katalog als „dressur- und springbetont“ gekennzeichnet war. Einen kleinen Wehmutstropfen musste die Hengsthaltungs GmbH hinnehmen. „Leider hatte Chezarro sich im Training verletzt und konnte sich deshalb nicht in seiner Bestform zeigen“, bedauert Norbert Boley. Für ein positives Körergebnis hat es dennoch gereicht für den jungen Hengst, der aus der Mutterlinie von Lord stammt. Begehrlichkeiten weckte Chezarro auch bei zahlreichen Kunden aus dem Ausland, der Hengst bleibt jedoch im Holstein.

Keaton_DSC_9814

Der zweite Neuzugang im Elmshorner Hengststall ist Keaton. Der Sohn des Weltspringpferdevererbers Kannan aus einer Contendro I-Mutter und aus der Zucht von Rudolf Schmitt (Wöhrden) unterscheidet sich vor allem in Sachen Typ und Bewegung von den meisten seiner Halbgeschwister väterlicherseits. Das fiel auch dem diesjährigen Berichterstatter Axel Wöckener auf, der betonte, wie modern, edel und typvoll aufgemacht Keaton sei. Sehr wahrscheinlich hat er diesen Einfluss von seiner Mutterlinie mitbekommen. Auch die mütterliche Linie von Keaton ist interessant, so entstammen die Hengste Lancer I bis III aus seiner direkten Mutterlinie und aus dem Stamm 4847 entspringen u. a. die gekörten Hengste Cascadello I + II, Cachas und Cascanetti.

064_-_Vigos__2018.11.02_18455_www.reit-bilder.de_Das gekörte Trio, das die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH selbst aufgezogen hat, komplettiert Vigos v. Vigo d’Arsouilles BWP-Ibisco xx (Johann Peter Lass, Leck). Genau wie bei Keaton steht den Züchtern international erfolgreiches Blut zur Verfügung. Daran schließt sich über den Muttervater Ibisco xx das gewünschte und benötigte Vollblut an. Im fallenden Pedigree findet sich dann die Caletto II-Tochter Viola XI, die keine geringere als die Mutter von Dobel’s Cento (Otto Becker) ist. “Mit Vigos haben wir nun einen Hengst im Angebot, der nicht nur sehr edel ist und eine außergewöhnliche Art zu springen hat, sondern dazu auch noch besonders vorsichtig ist”, freut sich Geschäftsführer Norbert Boley, der schon einige Kaufangebote für ihn bekam.

Corfu_de_la_Vie_40_DSC_9725-1

Über diese drei interessanten Hengste hinaus, wird ab der kommenden Decksaison außerdem Corfu de la Vie v. Cumano-Lord (Haras del la Vie, B-Koenwacht) über die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH zu beziehen sein. Direkt bei der ersten Besichtigung der Hengste im Sommer fiel der groß gewachsene und noch sehr jugendliche Sohn des kürzlich verstorbenen Weltmeisters Cumano ins Auge der Verantwortlichen des Holsteiner Verbandes. Diese Form – sein Springen ist von ganz besonderer Qualität – hielt er über alle weiteren Vorstellungen bei. „Es gibt nur wenige Nachkommen von Cumano, und Corfu de la Vie stammt aus der Lord-Tochter Hera, die unter anderem mit Colore (Hans-Dieter Dreher) bereits für international erfolgreiche Nachkommen steht. Bewusst haben wir einen großrahmigen Hengst aus der Capitol-Linie gekauft. Ich denke, er wird zu vielen Stuten unserer Zucht passen. Darüber hinaus führt er nur minimal das Blut von Cor de la Bryere.“

Mit diesen vier neuen Junghengsten – und natürlich seinen bereits etaliblierten Vererbern – ist die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH für die Zuchtsaison 2019 bestens aufgestellt.